Ayça Miraç

Die junge Jazz-Sängerin und Folkwang-Studentin Ayça Miraç schöpft Inspiration aus ihren teils türkischen, teils lasischen Wurzeln, um ihrer Vision folgend, eine einzigartige Verbindung von Tradition und Moderne zu formen.
Als Ausgangspunkt hierfür dient ihre Leidenschaft für Improvisation.

Aufgewachsen mit dem freien Klavierspiel ihres Vaters, einem renommierten türkischen Dichter und Schriftsteller, kam sie schon früh mit spontan kreierten Klängen in Berührung und erhielt von Kindheit an eine musikalische Ausbildung. Durch den regelmäßigen Sommeraufenthalt im Zweitwohnsitz der Familie am Bosphorus, entwickelte die Sängerin eine sehnsuchsvolle Verbindung zu Istanbul, dessen geschichtlich und geographisch einzigartige Konstellation als pulsierende Weltmetropole und Drehkreuz zwischen Ost und West, sie und ihren Zugang zur Musik stark geprägt hat. Ihre Eigenkompositionen spiegeln außerdem ihre tiefe Verehrung für europäische und amerikanische Musiktraditionen wieder. Neben modernen Vertonungen von Gedichten ihres Vaters, schreibt sie auch Lieder mit eigenen englischen Texten. Besonders am Herzen liegt ihr die Auseinandersetzung mit ihren lasischen Wurzeln mütterlicherseits. Das Siedlungsgebiet dieses zerrissenen Volkes liegt an der grünen Schwarzmeerküste der Türkei und in Georgien. Ihre über Jahrtausende mündlich tradierten Lieder, werden als Teil der georgischen polyphonen Gesänge zum UNESCO Weltkulturerbe gezählt. Trotzdem ist ihre südkaukasische Sprache und ursprüngliche Kultur weiterhin vom Aussterben bedroht.

Aus diesen verschiedenen Einflüssen entstehen im musikalischen Dialog mit ihren Kölner Mitmusikern eine hochemotionale Tonsprache, in der Ayças Stimme, deren türkischer Name „leuchtend wie der Mond“ bedeutet, frei strahlen kann.

Der gleichberechtigte Austausch der Musiker, die bereits viel Erfahrung im In- und Ausland sammeln konnten, gibt jedem Bandglied genug Freiraum, seinen individuellen Stil kreativ einzubringen.